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„Wir befinden uns in der Schweiz im europäischen Silicon Valley“



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V-ZUG bringt immer wieder Produkt-Weltneuheiten „Made in Switzerland“ hervor. Wer steckt dahinter und wie muss man sich den Weg von der Idee zur ausgereiften Weltneuheit vorstellen? Wir haben Stephan Keller, Leiter Entwicklung V-ZUG, zum Gespräch getroffen.

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Arbeitstag bei V-ZUG?
Beim Empfang traf ich zufällig auf einen Mann, der mich sehr offen begrüsste. Später stellte sich heraus, dass er mein Stellvertreter in der Entwicklung ist. Diese Begegnung war symptomatisch. Der offene Umgang ist ein kulturelles Markenzeichen von V-ZUG.

Worin besteht Ihre Hauptaufgabe?
Vieles dreht sich um Innovationen! Doch was ist eine Innovation? Fürs Verständnis meiner Aufgaben ist eine vorgängige Klärung wichtig. Am Anfang steht eine Idee, die ein Thema, einen Kundennutzen adressiert. Wenn daraus dann ein Produkt mit einem nachweislichen Erfolg am Markt hervorgeht, ist nach meiner Definition von einer Innovation die Rede. Die Kommerzialisierung ist ein wichtiger Teil des Begriffs Innovation. Ohne diese und das Know-how unseres Entwicklungsteams bleibt eine Idee eine Idee und das reicht nicht, um erfolgreich zu sein. Ich begleite das Team von der Idee zur Innovation, darin sehe ich meine Hauptaufgabe.

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Wie muss man sich das in der Praxis vorstellen?

In den ersten anderthalb Jahren ging es für mich darum, Themen, die bereits vorbereitet waren, an den Markt zu bringen. Schwerpunktmässig war das die Markteinführung der neuen Backofenlinie. Das Projekt befand sich in der Spätphase der Industrialisierung, die ich mitbegleiten durfte. Eine wichtige Erfahrung. Eine unserer Ansprüche ist die stets gut gefüllte Innovationspipeline. Die Systematik des Pipeline-Befüllens im Rahmen der Vorentwicklung haben wir im letzten Jahr neu strukturiert und ich würde sagen, da sind aktuell um die 20 Projekte in der Ausarbeitung über alle Bereiche.

Hier eine Auswahl aktueller Swiss-Made-Weltneuheiten aus Zug:

Worauf legen Sie bei der Führung Ihrer Mitarbeitenden besonderen Wert?
Die Mitarbeitenden sollen sich selber Gedanken machen und einbringen, wo sie in welchen Themen Chancen sehen, V-ZUG weiterzubringen. Dazu muss man Freiräume gewähren und Entscheidungsregeln aufstellen: was wird weiterverfolgt und was nicht. Ideen, die weiterverfolgt werden, laufen wie alle anderen Ideen in einen effizienten Prozess hinein. Wichtig ist, dass wir jederzeit gut reden miteinander und eine offene Dialogkultur pflegen. Jeder muss glaubwürdig die Chance haben sich einzubringen. Dieser Punkt ist für die Entwicklungsabteilung enorm wichtig.

Was ist typisch schweizerisch in der V-ZUG Entwicklungsabteilung?
Wir sind sehr strukturiert, agil, auf den Kunden ausgerichtet und wir sind gut schweizerisch ziemlich selbstkritisch. Wir stellen hohe Ansprüche an uns, an unser Umfeld und an unsere Produkte. Wichtig sind die Ansprüche, die wir in der Gesellschaft im Umfeld unserer Themen wahrnehmen und die wir durch Leistung von Produkten erfüllen. Wir haben bei V-ZUG sechs strategische Suchfelder definiert, die sogenannten Innovation Search Fields, nach denen wir uns ausrichten. Auch Höchstleistung ist eines davon. Alle sind sie sehr schweizerisch.

Wie beurteilen Sie das Entwicklungsumfeld für V-ZUG?
Wir sehen viel Potential, weil sich die Gesellschaft um uns herum verändert. Wir wollen mit dieser Dynamik und dieser Veränderung Schritt halten. Da ist zum einen das Umfeld in der Schweiz, welches dynamisch ist. Es gibt aber auch das globale Umfeld, das dynamisch und für uns zunehmend relevant ist. Weil wir global tätig sind und weil die globalen Trends grossen Einfluss auf das Schweizer Umfeld haben. Eine Frage ist die, wie stabil unsere Geschäftsmodelle sind. Nehmen Sie die Beispiele der „Uberisierung“ und von „airbnb“. In beiden Fällen werden etablierte Geschäftsmodelle angegriffen. Firmenintern versuchen wir unsere eigenen Geschäftsmodelle, so gut es mit unserer Vorstellungskraft möglich ist, anzugreifen um zu erkennen, wo wir schwach und angreifbar sind. Es ist in diesem Sinne eine sehr fortgeschrittene und agile Anpassung an die wandelnden Umfelder im Heimmarkt Schweiz und in den globalen Märkten.

Worum sollten Sie die Entwicklungschefs der grossen V-ZUG-Mitbewerber beneiden?
Unsere Agilität ist im Vergleich einzigartig und das Umfeld ist ideal. Wir befinden uns in der Schweiz im europäischen Silicon Valley. Wir haben Zugang zu wissenschaftlichen Stellen, die exzellent sind. Ich sage jetzt mal ETH, dann aber auch die namhafte globale Nahrungsmittelindustrie, was im Hinblick auf die wachsende Bedeutung von Convenience Functional-Food eine Chance ist für uns. Wir befinden uns in einem Marktumfeld mit den allerhöchsten Ansprüchen, was uns hilft, die Spitzenleistungen unserer Geräte abzubilden. Das sind alles Aspekte, die relativ wichtig sind für den Erfolg und die uns stark machen. Nicht vergessen dürfen wir, dass wir eine starke Marke haben aus der Vergangenheit. Auch das hilft natürlich für die Zukunft. Die ist zwar vor allem in der Schweiz bekannt. Aber hier ist sie sehr stabil. Ich glaube auch, dass die stark integrierte Produktion vor Ort ein Asset ist. Die kurzen Wege, wo wir sogleich abchecken können, was möglich ist und was nicht. Dies erlaubt uns schnelles und zielsicheres Vorgehen. Und wir blicken auf eine über hundertjährige Erfahrung zurück.

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Und welches war Ihr Weg zum V-ZUG Chefentwickler?
Er begann mit einer Ausbildung zum Dipl. Masch.-Ing. ETH, Fachrichtung Mechatronik (Anm: Mechatroniker bauen elektrische, mechanische, pneumatische und hydraulische Komponenten zu einem System zusammen) und habe von daher eine technische Basis. Danach war ich 18 Jahre bei der Firma Bosch tätig. 16 Jahre davon in der Vorentwicklung im Bereich Elektrowerkzeuge mit den Schwerpunkten Produktentwicklung und Innovation an den Standorten Schweiz und Deutschland. In diese Zeit fiel auch der Aufbau einer Entwicklungsabteilung in Asien. Zwei weitere Jahre war ich in der Industrieforschung der Firma Bosch tätig, wo es darum ging, wissenschaftliche Forschung über alle Firmenbereiche hinweg zu betreiben, mit dem Ziel, nach Feldern Ausschau zu halten, wo Lösungen zur Befriedigung neuer Kundennutzen generiert werden können. Bei der V-ZUG begann ich als Produktionsleiter und wechselte nach einem Jahr in die Produktentwicklung, wo ich mich seither schwerpunktmässig mit der Gestaltung von Produkten beschäftigte.

Herr Keller, wir danken Ihnen für das Gespräch und freuen uns auf nächste Weltneuheiten! 

 

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3 Kommentare

  • Peter Meier - 29. September 2016 9:24

    Spannender Beitrag, aber europäischen Silicon Valley ist definitiv übertrieben. Schauen Sie mal in Amsterdam oder Berlin, da spielt die Musik in Bezug auf Innovationen. Die Schweiz hat die ETH, das ist klar, aber auch nicht mehr! V-ZUG hat sicher gute Geräte, aber bezüglich Vernetzung, Apps und Elektronik naja, da muss man schon auf passen, dass man nicht den Anschluss verliert….die Schweizer Stammkundschaft ist wohl noch nicht ganz soweit diesbezüglich….ich lebte 3 Jahre in Japan…da ist jeder Backofen komplett digitalisiert.

    Antworten

    • Blog Redaktion - 29. September 2016 13:14

      Guten Tag Herr Meier! Besten Dank für Ihren Kommentar. Es freut uns, dass Ihnen unser Blog-Beitrag gefallen hat. Das World Economic Forum (WEF) hält in seinem Global Competitiveness Index der Schweiz zugute, dass sie über eines der fruchtbarsten „Innovations-Ökosysteme“ verfüge. Dieses Ökosystem nutzt auch V-ZUG mit ihrem Schweizer Produktionsstandort und konnte so bereits einige Weltneuheiten auf den Markt bringen. Selbstverständlich sind wir stets an der Entwicklung weiterer Innovationen. Wir können also gespannt sein, was uns demnächst erwartet.

  • Andreas Bossard - soultank AG - 30. September 2016 9:39

    Vielen Dank für das spannende Interview. Mit dem Kundennutzen fängt alles an und deshalb integrierte V-ZUG auch vorbildlich die Benutzer in den Entwicklungsprozess. Schnell werden Prototypen entwickelt und mit Benutzern getestet, ob die auch bedienbar sind. z.B. bei der Waschmaschine mit Touchscreen http://soultank.ch/content/2013/03/v-zug-bringt-waschmaschinen-mit-touchscreen-auf-den-markt/ oder beim Combi-Steam MSLQ mit Backofen, Steamer und Mikrowelle in einem. http://soultank.ch/content/2015/05/die-weltneuheit-combi-steam-mslq-von-v-zug-kombiniert-ofen-steamer-und-mikrowelle-mit-touch-bedienung/

    Projekte mit V-ZUG sind immer wieder spannend, und wir freuen uns die User Experience der Produkte gemeinsam mit V-ZUG zu verbessern.

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